Testen und Lernen: Bleib nicht am Prototypen hängen!

Von Company Factory

Ein Prototyp ist die erste Umsetzung deiner Idee, die du lange mit dir herumträgst. Und natürlich soll er besonders gelungen sein, bevor er getestet wird. Nur: Allzu oft bleiben Unternehmen in der Planungsphase stecken und verlieren unnötig Zeit mit der Optimierung des Prototypen.

Dabei ist das nicht der Sinn der Sache – denn deinen Prototypen testen und bei seiner Optimierung helfen, das sollen ruhig deine Anwender tun. Wie Prototypen Sinn machen und worauf du achten solltest, dazu einige Tipps und Tricks.

1. Weniger Details, schnellere Umsetzung

Halte dich nicht monatelang mit den Einzelheiten deines Prototypen auf. Du musst ihn nicht perfekt machen. Geh so schnell wie möglich dazu über, dein Testmodell auf die potenziellen Kunden loszulassen. So löst du effizient die Probleme, die wirklich gelöst werden müssen, ohne dich im Detail zu verlieren. Nur so gelingen dir realitätstaugliche Lösungen.

2. Immer wieder neu versuchen

Denk daran: dein Prototyp bleibt keinesfalls lange so, wie er gerade ist. Egal, wie gut er dir gefällt, er wird irgendwann überholt sein und entsorgt werden. Und so soll das auch sein. Verliebe dich nicht in dein Versuchsmodell, denn nur, wenn du auch mal loslassen kannst, wirst du die neuen Anregungen deiner Kunden im nächsten Prototypen umsetzen können.

3. Erlaube dir frühes Versagen

Damit du das Beste aus deinem Prototypen machen kannst, bringe ihn so schnell wie möglich unter die Leute. Natürlich wird etwas schiefgehen. Vielleicht sogar sehr viel. Doch hier gilt: je früher, desto besser! Wer seine Fehler früh realisiert, spart sich später zeit- und kostenintensive Korrekturen.

4. Teste mehrere Versionen aus

Das Gute an Prototypen ist, dass du dich nicht einschränken musst. Die Zeit drängt, und du hast verschiedene gute Lösungsvorschläge? Kein Problem – teste einfach alle parallel. So kommst du schneller auf die nächste Stufe und findest unter Umständen sogar eine Kombinationslösung, die das Beste aus verschiedenen Prototyp-Ansätzen verbindet.

5. Prototypen mit System testen

Bevor es losgeht, solltest du einen Plan haben, was genau du testen willst. Welche Annahmen willst du validieren? Auf was legst du beim Kundenfeedback besonderen Wert?

Ermittle eine oder mehrere Zielgruppen, von denen du dir für deinen Prototypen das bestmögliche Feedback versprichst und teste gezielt mit diesem Personenkreis. Denn du entwickelst ja nicht für dich selbst, sondern für deine Kunden!

6. Immer daran denken, was du mit dem Prototypen bezwecken willst

Ein Prototyp, so gut er auch gelungen sein mag, ist nicht das Endprodukt. Behalte im Kopf, dass er ein Testmodell ist. Er dient dazu, die Meinung – und die Kritik! – deiner potenziellen Kunden einzuholen. Kommuniziere das mit den richtigen Worten und an die passende Zielgruppe und setze dann die gewonnen Informationen um. In der nächsten Teststufe wird sich der Rücklauf bereits erheblich verbessern.

Der richtige Umgang mit Prototypen hilft dir massgeblich dabei, den tatsächlichen Bedarf deiner Kunden zu ermitteln. Das kann sich von dem, was du als Bedarf wahrnimmst, durchaus unterscheiden. Auch die angedachte Lösung wird experimentell optimiert. Je besser du mit den Nutzern kommunizierst und je schneller du die einzelnen Schritte umsetzt, umso besser gelingt die Transformation. So wird aus deinem ersten Prototypen ein Produkt, mit dem du deine Kunden tatsächlich ansprechen und begeistern kannst.

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