Lean Startup – die schnelle, schlanke Methode

Von Christoph Meili

Wer eine wirklich gute Geschäftsidee hat, will sie in der Regel auch schnell umsetzen und möglichst rasch auf eigenen Füssen stehen. Aber: wie macht man es am besten? Ein Geschäft zu gründen kostet bekanntlich nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Kommt beides in Überfülle zusammen, ist der Fehlschlag fast schon vorprogrammiert. Dabei geht es flott und schlank mit der Lean Startup Methode. Im Gegensatz zu bereits etablierten Unternehmen müssen Startups nicht bestehende Strukturen aufbrechen oder Widerstände in den Köpfen langjähriger Mitarbeiter überwinden.

Deshalb ist Lean Startup auch so eine geniale Idee für erfolgreiche Gründer!

Warum ist Lean Startup für Gründer so toll?

Schon der Ausgangspunkt ist günstig für ein Startup. Denn wer mit einem innovativen Angebot an den Markt geht, muss zunächst einige wichtige Fragen beantworten – die Zielgruppe und ihre Bedürfnisse wollen definiert sein, und auch der Wert, den das eigene Produkt für die künftigen Kunden bieten soll. Der Preis sollte im Vorfeld recherchiert werden – für den bestmöglichen Produkt-Markt-Fit.

Ein Unternehmen, das bereits erfolgreich im Markt ist, muss sich diese Fragen nicht stellen. Es dreht höchstens noch an den Stellschrauben für das eigene Geschäftsmodell – und verpasst dadurch unter Umständen attraktive neue Optionen.

Bei Startups hingegen liegt meist ein liebevoll entwickeltes, durchaus gutes Angebot vor. Wenn ein Gründer scheitert, liegt das meist daran, dass die Kunden nicht anbeissen – weil zuvor nicht über das Geschäftsmodell nachgedacht wurde.

Lean Startup in der Praxis

Lean Startup ist ein Verfahren, um das eigene Angebot noch während der Pilotphase zu präzisieren. Das erfolgreiche Konzept stammt aus der IT, hat aber inzwischen industrieübergreifend Anwender gefunden. Die Methode eignet sich hervorragend für den Einsatz in Bereichen, wo Unternehmen Unsicherheiten jonglieren müssen. Worum es geht? Das Anliegen ist, so schnell wie möglich und zu den geringstmöglichen Kosten festzustellen, wie sich ein Angebot im Markt schlägt.

In der Praxis heisst das: schnell mit einem Prototyp mit Basisfunktionen an den Kunden! Und dann das Feedback analysieren, verbessern, wieder in Umlauf bringen, weiter optimieren… und das so lange, bis die optimale Lösung steht. Der Kunde hilft beim sogenannten Validierten Lernen – seine Akzeptanz (oder Kritik) liefert die Hinweise für die weitere Entwicklung eines Produkts.

Dabei sollten Gründer in drei Schritten vorgehen, um das Beste aus dem Lean Startup zu machen:

  • Agile Produktentwicklung mit möglichst kurzen Sprints und rascher Markteinführung
  • Einbeziehung des Kundenverständnisses für schnellere Produktanpassung
  • Rasche Darstellung des Geschäftsmodells, wiederholte Analyse und Weiterentwicklung auf der Basis der agilen Entwicklung und des Kundenverständnisses

Der so entstehende Zyklus beschreibt die Test & Learn Methode und wird mit BML abgekürzt. Die Zusammenfassung für „Bauen – Messen – Lernen“. Nur wer hier flott genug in die Schuhe kommt, schafft es, den Produkt-Markt-Fit zu optimieren, bevor das Startkapital alle ist. Dabei wird der BML-Zyklus laufend wiederholt, um das eigene Angebot ständig zu optimieren. Denn: die Kunden schrauben ihre Ansprüche auch höher.  Wer sich auf den Lorbeeren ausruht, verliert sie an den Konkurrenten, der sich nicht so schnell zufrieden gibt!

Zu Beginn kleine Brötchen backen: Minimum Viable Product

Ein weiterer guter Rat aus dem Schatzkästchen des Lean Startup ist es, mit dem sogenannten „Minimum Viable Product“ loszulegen. Denn hier begehen die meisten Gründer schon den ersten Fehler: alles soll möglichst perfekt sein. So wird am Prototyp gefeilt und entwickelt – bis die Finanzen nicht mehr mitmachen. Wer mit der kleinstmöglichen Umsetzung durchstartet, bleibt nicht am Prototypen hängen, sondern geht mit dem Dreirad an den Markt. Und zwar mit dem erklärten Ziel, aus dem „Minimum Viable Product“ so viel wie möglich zu lernen.

Das war’s – wirklich ein schlankes Konzept!

Wer also eine Geschäftsidee hat, kann mit Lean Startup sehr schnell und effektiv herausfinden, wie und wo das Angebot auf die Zielgruppe trifft. Dabei muss die Produktion gar nicht der erste Schritt sein. Eine Landing Page oder Facebook-Seite ist ein idealer Einstieg, um das Interesse und die Reaktionen zu testen, bevor der erste Prototyp entsteht. Wer Lean Startup konsequent umsetzt, kann die Kosten deutlich reduzieren und in Rekordtempo zum erfolgreichen Geschäftsmodell gelangen.

 

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