Digitales Marketing als Patentlösung?

Von Anissa Kuster

«Und was hat uns das nun gebracht?» Wie oft ich diesen Satz schon gehört habe! Gemeint ist, wie hoch der RoI (Return on Investment) einer gewissen Marketing Massnahme nun ist und wenn ich ehrlich bin, kann ich das meist gar nicht sagen – ja nicht einmal ungefähr einschätzen. Wieso? Weil ich schlichtweg nicht in die Köpfe der Rezipienten hineinschauen kann.

Das Marketing-Dilemma

Wer bereits im Marketing gearbeitet hat kennt das Problem: Meist ist das Budget für Marketing nicht gerade gross, besonders in kleineren Unternehmen. Gerade wenn man etwas Neues ausprobieren will, muss man oft «bitti-bätti» machen, um die nötigen Ressourcen dafür zugesprochen zu bekommen.

Aus Unternehmersicht ist dies auch völlig verständlich! Denn selten ist in einem Unternehmen etwas so unkontrollierbar und schlecht nach zu verfolgen wie die Wirkung von klassischen Marketingmassnahmen. Zwar kann man grob einschätzen, wie viele Rezipienten ein Medium erreicht oder wie hoch die Auflage ist. Doch dies bleiben nur Schätzungen. Hinzu kommen grosse Streuverluste, sodass die tatsächliche Anzahl erreichter Personen aus der Zielgruppe immer schwammiger wird.

Digitales Marketing – die Lösung aller Probleme?

Mit der Möglichkeit, online Werbung zu schalten, war plötzlich alles da, was man sich wünschte. Endlich konnte die Wirkung von Massnahmen genau gemessen werden: Anzahl Impressionen, Klicks, Conversion Rate, Demographie des Nutzers und, und, und. Ausserdem konnten, dank unheimlich genauer Targetierung und Abrechnungsmodellen nach Klicks, sowohl die Streuverluste als auch die Kosten im Zaum gehalten werden.

 «Und, was hat uns das nun gebracht?»

Auch mit noch so detaillierter Analyse der Nutzerdaten kann ich immer noch nicht abschliessend beantworten, was eine Werbemassnahme nun tatsächlich gebracht hat. Was ich sagen kann, ist, wie viele vermeintliche Personen auf einen Link geklickt, ein Video angeschaut oder sogar etwas bestellt haben. Was ich nicht sagen kann, ist, in wie vielen Köpfen ich nun unsere Marken platziert habe, wie viele beim Kontakt mit einer nächsten Werbung sich wieder an uns erinnern, oder wie viele uns im Nachhinein sogar gegenüber der Konkurrenz favorisieren.

Was denn nun?

Die Möglichkeiten des digitalen Marketings erlauben es, die Effizienz der unterschiedlichen Massnahmen deutlich zu steigern. Trotzdem glaube ich nicht, dass dies nun eine abschliessende Lösung des Marketing-Dilemmas ist. Vielmehr bin ich davon überzeugt, dass sich auch die Werbebranche weiter wandeln muss, um die Interessen der Rezipienten immer besser kennen zu lernen und ihnen zu entsprechen. Mit der Implementierung und anschliessender Auswertung von digitalen Werbemassnahmen sind wir also noch lange nicht am Ziel angekommen, doch ein erster, wichtiger Schritt ist getan.

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